Biosphera!

Yeah! Das Kind hat einen Namen! oder besser das Boot. Es heißt Biosphera und gemeinsam mit ihr, werden wir die Biosphäre entdecken und Biosphärenreservate erkunden! Wenn uns die Biosphäre gnädig ist.

Wir sind nun in Cogolin, Frankreich. Inmitten der Reichen und Schönen von Monaco bis St. Tropez, umgeben von Megayachten und High-Tech Rennyachten. Ein paar Charterboote liegen auch hier und ein paar „normale“ Segler. Wir liegen dicht an der Straße, das ist praktisch und laut. Gleich 200m von uns ist ein großer Vergnügungspark mit Megaschiffsschaukel und Fahrgeschäften sowie die Monstertruck-Show, wo Pick-Ups mit überdimensionalen Rädern auf schrottreife Autos springen.

Wir bekommen von all diesen „Vergnügen“ wenig mit. Wir versuchen nach langanhaltender sehr anstrengender Zeit wieder zu Kräften zu kommen und dabei das Boot für große Fahrt vorzubereiten. Das alles bei 35° im Schatten. Wir haben insgesamt etwas unterschätzt, wie kräftezehrend der Aufbruch ist. Wir mussten beide Arbeit zum Abschluss bringen und unsere Abwesenheit vorbereiten, beide Wohnungen wollten wir untervermieten, mussten dann aber die größere kurzfristig auflösen. Alle Möbel und persönliche Gegenstände aus zwei Wohnungen in ein Lager nach Brandenburg und gleichzeitig packen für den großen Aufbruch. Wir machen gefühlt seit drei Wochen nichts anderes, als ein- und auszupacken, wir sind fix und fertig. Hier angekommen, sollte der französische Verkäufer des Bootes viele Dinge reparieren oder neu einbauen, ein Teil davon war auch fertig aber vieles auch noch nicht. Dann noch die Finanzierung abschließen, Versicherung finalisieren und und und…. . Unsere Körper haben dann auch entsprechend Auszeit angemeldet: Erst lag Katja mit Erkältung danieder, dann ich. So langsam ist aber auch das überwunden und die Lebensgeister kehren zurück! Das Boot sieht dank einem inzwischen weitgehend installierten Stausystem von Katja und den von Oli gebauten Einbaumöbeln nicht mehr wie ein Abstelllager aus. Dinge finden ihren Platz, wir finden unseren Platz auf dem Boot und das Boot findet seinen Platz in unserem Leben! Anja hat uns Sonnensegel genäht, die wir nun endlich installiert haben. Was für ein Unterschied! Nicht nur, das der Außenbereich wieder nutzbar ist, auch innen heizt es sich nicht mehr ganz so schnell auf.Glück und Erschöpfung Gestern dann eine erste Ausfahrt, um die Ankerkette und den neuen Anker zu untersuchen. Mein erstes Bad im Mittelmeer bei stark schaukelndem Boot. Beim Versuch des Abduschens eine neue Erfahrung: Der Duschschlauch war geplatzt, da wir nur den Absperrhahn am Duschkopf verschlossen hatten, nicht aber den Hahn am Beginn des Schlauches. Wasser stand im Schlauch, es wurde heiß, Schlauch geplatzt. Natürlich während wir motorten, so dass wir nicht hörten, wie die Pumpe engagiert den Inhalt unseres Wassertankes in die frisch ein- und aufgeräumte Backskiste entleerte, in der der Duschschlauch verlief. Wie gut, dass nur noch ca. 150l im Tank waren. Wir ließen uns die gute Laune nicht nehmen! Ich durfte Hafenmanöver mit dem breiten Boot und nur einer Maschine üben. (Katamarane haben zwei Motoren und lassen sich damit im Hafen sehr leicht manövrieren. Ein Trimaran hat nur eine Maschine im Mittelrumpf und lässt sich daher eher wie ein normales Einrumpfboot manövrieren – nur halt viel breiter.). Dann seitliches Anlegen und ein weiteres Highlight: Das Boot sollte seinen Namen bekommen! Susanne hat uns einen tollen Schriftzug entworfen, Herr Rust aus der gleichnamigen Druckerei hat dann geholfen, das ganze ins richtige Format zu bringen. Nun also wollten wir die ruhige Hafensituation nutzen, um den großen Schriftzug einigermaßen gerade und ohne viele Blasen aufzubringen. Es hat geklappt! Wir waren superhappy, unser Baby erwacht langsam zum Leben. Gefeiert wurde mit Seifenblasen, ganz im Sinne des Logos, die wirkliche Tauffeier folgt, wenn wir die Registrierungspapiere in der Hand haben und der zweite Schriftzug auf der anderen Seite aufgebracht ist.

Danach unsere erstes rückwärts Einparken in enger Lücke und ohne fremde Hilfe, was wir gut hinbekommen haben. Dann noch schnell die Backskiste leeren und die 150l Wasser rausschöpfen. Während ich völlig durchnässt in der engen Backskiste saß, mir noch immer der Schweiß herunter lief kamen echte Glücksgefühle auf. Auf keinen Fall hätte ich diesen Moment mit meiner bequemen Berliner Couch vor dem Fernseher tauschen wollen! Das ist kein Scherz. Ich fühle mich lebendig und wenn ich Wasser aus dem Rumpf schöpfe tue ich etwas essentielles, was getan werden muss und mein Körper kommt dafür zum Einsatz. Das fühlt sich gut an und gibt mir ein wunderbares Vorgefühl auf das, was vor uns liegt! Bei all den Anstrengungen und teilweise Widrigkeiten in der Vorbereitung, haben wir ganz viel Unterstützung von vielen lieben Leuten erhalten, die uns mit dem geholfen haben, was sie können und wir nicht. Vielen lieben Dank dafür!

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